DVGW

Zertifikat über
ein Energie-management-system

 

Wasser sinnvoll gebrauchen

Wasser ist eine regenerierbare Ressource. Es sollte dennoch aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen nicht verschwendet werden.Darauf zielt auch das Gebot des Wasserhaushaltsgesetzes ab, wonach eine mit Rücksicht auf den Wasserhaushalt gebotene sparsame Wasserverwendung anzustreben ist. Deshalb unterstützen die deutschen Wasserversorgungsunternehmen einen sinnvollen Umgang mit Wasser.
 
Wassergebrauch heute so niedrig wie vor zwanzig Jahren.
Die deutsche Trinkwasserversorgung ist absolut und im europäischen Vergleich auf einem Spitzenniveau. Die wasserwirtschaftliche Situation in Deutschland ist gekennzeichnet durch reichlich verfügbare Ressourcen bei sinkendem Bedarf. Der Wasserbedarf liegt heute bei 128 Litern pro Einwohner und Tag. Deutschland hat gemeinsam mit Belgien den niedrigsten Wasserbedarf in der Europäischen Union.
Wasserzähler
Zähler sichern verbrauchsgerechte Abrechnung
 
In Deutschland ist die verbrauchsgerechte Abrechnung über Wasserzähler selbstverständlich. Dadurch können die Kunden ihren Wassergebrauch jederzeit kontrollieren.
Investitionen senken Wasserverluste
Um ihren Kunden jederzeit ein qualitativ hochwertiges Trinkwasser in ausreichender Menge liefern zu können, investieren deutsche Wasserversorgungsunternehmen kontinuierlich in die Erhaltung, Modernisierung und den Ausbau von Versorgungsanlagen. Allein im Jahr 1997 betrug das lnvestitionsvolumen rund 5,9 Milliarden DM. Schwerpunkt der Investitionen war mit einem Anteil von 63 Prozent der Rohmetzbereich. Folge der kontinuierlichen Pflege und Wartung des Netzes. Deutschland hat die niedrigsten Wasserverluste im Vergleich zu anderen Ländern.
Wassersparen heißt nicht Geld sparen
Die Wasserpreise werden in Deutschland nach dem Kostendeckungsprinzip gebildet. Der Anteil mengenunabhängiger Kosten für Wassergewinnung, Aufbereitung, Wasserspeicherung und das Rohrnetz beträgt über 80 Prozent. Jeder Kunde muss wissen, dass Wassersparen nicht automatisch Geld sparen bedeutet, da bei rückläufigen Verbräuchen die hohen Fixkosten auf reduzierte Wassermengen umgelegt werden müssen. Die Folge ist ein höherer Wasserpreis pro Kubikmeter gelieferten Wassers. Da jedoch der Wassergebrauch niedriger ist, bleiben die jährlichen Kosten für den Kunden trotzdem etwa gleich.
Trinkwasser ist ein Lebensmittel, das dem Kunden direkt ins Haus geliefert wird. Kontinuierliche Pflege und die Wartung aller Versorgungseinrichtungen vom Wasserwerk bis zum Rohrnetz sichern die hohe Qualität des Trinkwassers. Die Kosten, die dafür allein im Rohmetzbereich entstehen, sind nicht zuletzt auch durch das Wassersparen gestiegen, da sich der Aufwand für die Pflege und Wartung des Netzes z.B durch zusätzlichen Spülaufwand bei einem geringeren Wasserdurchsatz erhöht.
 
Wassersparen schützt die Gewässer nicht vor Verunreinigungen
In einem Land wie Deutschland mit ausreichenden Wasservorkommen und einem hohen Grad der Industrialisierung sollte das erste Gewässerschutzziel die Vermeidung und Verminderung des Eintrags von schädlichen Stoffen in die Gewässer sein. Durch Wassersparen in den Haushalten werden die Gewässer nicht vor dem Eintrag von Verunreinigungen geschützt. Die Schmutzfracht bleibt insgesamt die gleiche, die Schmutzkonzentration nimmt daher bei geringeren Abflüssen zu.
 
Regenwassernutzung spart kein Wasser
Viele Kunden meinen, durch die Nutzung von Regenwasser Trinkwasser zu sparen und damit die Umweltressource Wasser schonen zu können. Sie nutzen jedoch durch die Verwendung einer Regenwasseranlage im Haushalt insgesamt in der Regel nicht weniger Wasser als vorher. Auch Trinkwasser entsteht aus Regenwasser. Bei der Verwendung von Regenwasser im Haushalt wird die Wasserversorgung durch Trinkwasser lediglich auf Regenwasser ,,verlagert", ohne jedoch die gleiche hygienische und technische Sicherheit und Verfügbarkeit zu bieten, die Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung gewährleistet. Außerdem ist die Regenwassernutzung in aller Regel teurer als Trinkwasser.
 
Durch die individuelle Regenwassernutzung im Haushaft kann die Kapazität der Wasserwerke und der Rohrnetze nicht reduziert werden. Die Zeiten hohen Wasserbedarfs liegen üblicherweise in den niederschlagsarmen Perioden. Regenwassernutzer im Haushalt produzieren auch Abwasser. Da sich die Abwassergebühren überwiegend nach dem Trinkwasserbezug aus der öffentlichen Wasserversorgung richten, werden Regenwassernutzer zum Teil nicht zu den für die Reinigung des Abwassers aus einer Regenwasseranlage anfallenden Kosten veranlagt, obwohl das im Haushalt genutzte Regenwasser zwangsläufig in die öffentliche Kanalisation gelangt. Dadurch belasten sie die übrigen Trinkwassernutzer, die diese Kosten durch erhöhte Gebühren beim Abwasserpreis mittragen müssen.
 
Wassersparen kann den Aufwand bei der Abwasserreinigung erhöhen
Wassersparen kann dann kontraproduktiv werden, wenn geringere Wasserverbräuche durch mehr Chemie und verstopfte Abwasserrohre erkauft werden müssen. Der Rückgang des Wasserverbrauchs kann in Versorgungsleitungen und Abwasserkanälen bei Unterschreitung eines Mindestdurchflusses bei der Abwasserreinigung zu gravierenden Problemen führen.Die Abwasserkanäle erfüllen ihre Aufgabe nur, wenn eine ausreichende Wassermenge zum Transport der Schmutzstoffe zur Verfügung steht. Durch geringere Wassermengen und dadurch bedingte längere Aufenthaltszeiten des Abwassers in den Kanälen treten unerwünschte Faulungsprozesse bereits auf dem Weg zur Kläranlage ein, die zur Geruchsbelästigung von Anwohnern führen können. In den Kläranlagen kann darüber hinaus der Reinigungsprozeß gestört werden.Wird Wasser gespart, müssen die Abwasserkanäle vermehrt gespült werden. Das hierfür benötigte Wasser wird häufig über Hydranten aus dem Netz der öffentlichen Wasserversorgung entnommen. Dem vom Verbraucher ,,gesparten" Wasser steht dadurch ein Mehrverbrauch an Spülwasser zur sicheren Abwasserentsorgung gegenüber. Das Spülen der Abwasserkanäle führt zu zusätzlichen Betriebskosten, die in die Abwassergebühren einfließen.

Quelle:
BGW in Zusammenarbeit mit der VDG
Trinkwasser - Unser kostbares Lebensmittel
Ausgabe 1991 2. Auflage

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