DVGW

Zertifikat über
ein Energie-management-system

 

Umgang mit Wasser

Trinkwasser ist kostbar, auch wenn es jederzeit preiswert und „frei Haus“ zur Verfügung steht. Die öffentliche Wasserversorgung tritt deshalb für einen sinnvollen Umgang mit dem Lebensmittel Trinkwasser ein und wendet sich gegen jede Art der Wasservergeudung.
 
Probleme bei der Nutzung der vorhandenen Wasservorkommen für die Trinkwasserversorgung ergeben sich aus der Verschmutzung der Gewässer. Die Erschliessung neuer Wasservorkommen und die Einhaltung der verschärften Qualitätsvorschriften werden immer schwieriger und teurer. Trinkwasser wird nach Gebrauch Abwasser - Abwasser verschmutzt unsere Gewässer. Gewässerschutz verlangt deshalb auch sorgfältigen und sparsamen Umgang mit Trinkwasser. Mit Wasser haushalten, das bedeutet bei der Nutzung von Grundwasservorkommen, die immer knapper werdenden hochwertigen Ressourcen zu schonen. Das erspart den Wasserwerken erhöhte Aufbereitungskosten und das Ausweichen in noch wenig belastete ortsferne Gebiete.
 
Sinnvoll sind alle Massnahmen, die den Trinkwassergebrauch reduzieren, ohne Hygiene und Lebensqualität zu mindern. Darüber hinaus müssen Wassersparmassnahmen auch für den Kunden finanziell tragbar sein. Hierzu gehören beispielsweise die Vermeidung von Wasserverlusten durch tropfende Wasserhähne und undichte Toilettenspülkästen, der Einsatz von modernen, wassersparenden Armaturen und Sanitäreinrichtungen und auch eine vernünftige Hausgartenbewässerung. Ebenso sollte beim Kauf neuer Haushaltsgeräte, z. B. Waschmaschinen und Geschirrspüler auf deren Wasserverbrauch geachtet werden. Getrennte Leitungsnetze für Trinkwasser und Brauchwasser im Haushalt werden von der öffentlichen Wasserversorgung abgelehnt: Abgesehen davon, dass im engen Strassenbereich der Städte kaum Platz für zusätzliche Rohrleitungen ist, stehen die hohen Kosten des Umbaus der Versorgungssysteme in keinem Verhältnis zur Einsparung von Trinkwasser. Hinzu kommen grundsätzliche hygienische Bedenken aufgrund der nie völlig auszuschliessenden Gefahr von Fehlanschlüssen.
 
Letztlich entscheidend für den Wassergebrauch im Haushalt ist der Mensch. Je mehr bei ihm die Erkenntnis wächst, dass Trinkwasser kostbar ist, desto sparsamer wird er damit umgehen und unnütze Mengen vermeiden. Zu einem bewussten Verhalten zählt auch, das Abwasser nicht unnötig zu belasten und möglichen Verunreinigungen von Gewässern entgegenzuwirken. So darf das Einsparen von Trinkwasser nicht dazu führen, dass statt Wassereinsatz die Dosis an Reinigungsmitteln erhöht und damit das Wasser zusätzlich belastet wird. In jedem Fall ist zu beachten: Wassersparen ist kein Ersatz für den Gewässerschutz. In unserem wasserreichen Land ist die Verschmutzung der Gewässer das Grundübel.
Müll Müll
Gewässerschutz ist für die nächsten Jahrzehnte die große Herausforderung. Wasser, aus dem der Mensch sein nicht ersetzbares Grundnahrungsmittel Trinkwasser schöpft, darf nicht noch weiter verunreinigt werden. Im Konfliktfall müssen deshalb gewerbliche, industrielle und landwirtschaftliche Betriebe, die Schiffahrt und auch Freizeit und Erholung hinter der Wasserversorgung zurückstehen.
 
Im Gewässerschutz ist das Vorsorge-und Verursacherprinzip anerkannt: Das bedeutet zum einen, Schaden erst gar nicht entstehen zu lassen, aber auch, wer Schmutz produziert, muß diesen auch schadlos beseitigen.
 
In diesem Zusammenhang fordert die öffentliche Wasserversorgung zur langfristigen Sicherstellung einer Versorgung der Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser:
 
  • die Verminderung der Schadstoffbelastungen aus Boden und Luft
    die Abwehr von Gefahren für das Trinkwasser durch Altlastenden
  • Ersatz wassergefährdender Stoffe durch weniger gefährliche
  • die Verbesserung der Sicherheit von lndustrieanlagen
  • die Entwicklung zu einer umweltverträglichen und standortgerechten Landwirtschaft
  • die Sicherung weiträumiger Wasserschutzgebiete mit weitestmöglichem Vorrang vor anderen Nutzungsansprüchen

Quelle:
BGW in Zusammenarbeit mit der VDG
Trinkwasser - Unser kostbares Lebensmittel
Ausgabe 1991 2. Auflage

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