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Rund 8500 Einwohner entsorgen in Thielbeer

 
Das Klärwerk in Thielbeer aus der Vogelperspektive. Seit rund 20 Jahren werden dort Abwässer angenommen und gereinigt. Nun stehen notwendige Investitionen an - und das bei sinkenden Einwohnern in der Region. Foto: Güssefeld
 

Kläranlage an der L 1 wird bald 20 Jahre alt / Investitionen angekündigt

 
von Harry Güssefeld

Thielbeer. Das Klärwerk in Thielbeer, an der Landstraße 1 in Richtung Kerkuhn, feiert im kommenden Jahr ein kleines Jubiläum. 1993 wurde es mit großem Bahnhof eingeweiht und löste damals das kleine Klärwerk in Arendsee an der Thielbeerer Straße ab. Und galt als hochmodern. Nun in die Jahre gekommen, muss dringend saniert werden. Während der Verbandsversammlung wurde eine Investition angekündigt – die Altmark-Zeitung fragte gestern nach. „Wir müssen in erster Linie die Rechenanlage und den Sandfang erneuern, zudem werden Zuläufe zur eigentlichen Kläranlage erneuert“, erklärte Petra Tesching, die Fachfrau für Abwasser beim Wasserverband Stendal-Osterburg. Die Kostenschätzung liege für diese Arbeiten bei rund 800.000 Euro.
Doch noch ein anderes Problem könnte zu einer größeren Investition führen: Die Änderung der Klärschlammverordnung. Bislang ist es Praxis, dass der Klärschlamm, versetzt mit Polymeren, auf die landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht wird. Noch. Im gesamten Verantwortungsbereich des Verbandes zwischen Stendal und Arendsee fallen jährlich rund 20.000 Kubikmeter an. „Wenn sich die Klärschlammverordnung dahingehend verändert, dass diese Masse nicht mehr ausgebracht werden kann, dann müssen wir zur so genannten Klärschlammvererdung übergehen“, blickte Petra Tesching voraus. Ziel ist die höchstmögliche Abtrennung der Feststoffe vom Wasser, die der Reduzierung von Verwertungs- oder Entsorgungskosten dient. Das geschieht in Becken.
Einst konzipiert für 13.000 Einwohner, entsorgen derzeit rund 6.000 in das Klärwerk. „Zuzüglich der Fäkalschlammannahme können noch einmal 2.500 Personen dazugerechnet werden, das entspricht dann insgesamt rund 3.400 Familien, deren Abwässer in Thielbeer behandelt werden“, rechnete Petra Tesching vor.
Die Einwohnerzahlen sind in der Altmark rückläufig, somit geht auch die Anzahl der Einleiter zurück. Mit der Tatsache kämpft der Wasserverband auch, hieß es gestern. Denn Einnahmen gingen auch zurück.

Quelle: Altmarkzeitung Osterburg - 26.10.2012

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