Verbraucherinformationen zum Thema Trinkwasser

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Haben wir genügend Wasservorräte?

Deutschland verfügt insgesamt über große Wasservorräte. Aber daraus darf nicht geschlossen werden, dass Wasser überall und jederzeit im Überfluss vorhanden ist.

Die Erde ist ein „Wasserplanet“

Zwei Drittel der Erdoberfläche – gut 360 Millionen Quadratkilometer – werden von großen Ozeanen bedeckt. Man schätzt die Gesamtmenge Wasser auf rund 1,4 Milliarden Kubikkilometer. Trotz dieses enormen Wasserreichtums steht dem Menschen davon nur ein Bruchteil als Lebensmittel Wasser zur Verfügung, denn rund 97% des Wassers füllt die Weltozeane. Es ist somit salzhaltig und zunächst ungenießbar.

Lediglich 3% des Wassers auf der Erde ist Süßwasser, wovon wiederum mehr als zwei Drittel als Eis in den Polargebieten oder als Gletscher und Schnee gebunden sind. Das verbleibende Drittel entfällt auf Grundwasser, Oberirdische Gewässer (Seen, Flüsse) und Wasser in der Atmosphäre.

Der Wasserkreislauf

Rund 100.000 Kubikkilometer gehen im Wasserkreislauf als Niederschlag in Form von Regen, Graupel und Schnee auf die Kontinente nieder. Die Niederschläge unterliegen dabei den verschiedensten Arten von Verdunstung, die an Wasserflächen, an Pflanzen oder am Boden stattfindet. Zwei Drittel des kontinentalen Niederschlags gelangen über die Verdunstung wieder in die Atmosphäre.

Die Anteile des Niederschlags, die nicht durch Verdunstung verloren gehen, fließen als oberirdische oder unterirdische Abflüsse ab. Die Größe der oberirdischen Abflüsse hängt insbesondere von der Geländeform, dem Bewuchs und dem Boden- und Gesteinsaufbau ab. Die unterirdischen Abflüsse, d.h. der Grundwasserabfluss führt zur Grundwasserneubildung. Generell läuft der unterirdische Abfluss zeitverzögert gegenüber dem oberirdischen ab.

Von den Kontinenten fließt jährlich eine Niederschlagsmenge von etwa 40.000 km³ über das Grundwasser und die Flüsse in die Ozeane zurück. Dabei spült das Wasser etliche gelöste und ungelöste Stoffe vom Land ins Meer.

Das Wasserdargebot in Deutschland

In den alten Bundesländern variieren die Niederschläge zwischen mehr als 2 500 Millimeter am Alpenrand bis weniger als 500 Millimeter in Mitteldeutschland, im Durchschnitt fallen jährlich 837 Millimeter Niederschlag. Davon kehren 62 % durch Verdunstung wieder in die Atmosphäre zurück und 38 % fließen ober- oder unterirdisch ab. In den neuen Bundesländern stellt sich die Situation aufgrund des stärker kontinentalen Klimas etwas anders dar. Der Niederschlag beläuft sich auf 662 Millimeter, wobei 78 % für Verdunstung zu Buche schlagen. Der Abfluss beträgt insgesamt 22 % wovon 62 % unterirdisch abfließen. Während die Verdunstungshöhe ähnlich hoch wie in den alten Bundesländern ist, sind Niederschläge und damit Abfluss wie auch Grundwasserneubildung erheblich geringer.

Das sich jährlich erneuernde Dargebot an Süßwasser aus dem natürlichen Wasserkreislauf liegt in Deutschland bei 188 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Davon werden knapp 18 % tatsächlich genutzt. Die öffentliche Wasserversorgung nutzt nur 2,7 % des natürlichen Dargebots.

Der weitaus größere Anteil entfällt mit knapp 15 % auf die industrielle Brauch- und Kühlwassernutzung einschließlich der Wassernutzung für die landwirtschaftliche Beregnung.

Rund 70 % des für die Trinkwasserversorgung geförderten Wassers entstammt in Deutschland dem Grundwasser. Grundwasser entsteht – und dies gilt gleichermaßen für natürliche Mineralwässer -, wenn Niederschläge in den Boden versickern. Da Wasser zugleich ein sehr gutes natürliches Lösungsmittel ist, nimmt es bei seinem Weg durch den Boden – wo es sich schließlich als Grundwasser sammelt – zahlreiche natürliche Mineralstoffe aus den verschiedenen Gesteinen des Untergrundes auf.

(DVGW e.V.) DVGW e.V.: Wasserkreislauf

Die Wassernutzung

Die tägliche Trinkwassernutzung im Haushalt und Kleingewerbe ging von 144 Liter pro Kopf und Tag im Jahr 1991 lange Jahre zurück bis auf täglich 126 Liter pro Kopf im Jahr 2022. Jede Person in Deutschland verwendete Trinkwasser etwa für Körperpflege, Kochen, Trinken, Wäschewaschen oder auch das Putzen. Darin ist auch die Verwendung von Trinkwasser im Kleingewerbe zum Beispiel in Metzgereien, Bäckereien und Arztpraxen enthalten. Der überwiegende Anteil des im Haushalt genutzten Trinkwassers wird für Reinigung, Körperpflege und Toilettenspülung verwendet. Nur geringe Anteile nutzen wir tatsächlich zum Trinken und für die Zubereitung von Lebensmitteln.

Für die Herstellung von Lebensmitteln, Bekleidung und anderen Bedarfsgütern wird dagegen so viel Wasser verwendet, dass es 7.200 Litern pro Person und Tag entspricht. Ein Großteil dieses indirekt genutzten Wassers wird für die Bewässerung von Obst, Gemüse, Nüssen, Getreide und Baumwolle benötigt. (Umweltbundesamt) Wassernutzung privater Haushalte | Umweltbundesamt

Die entscheidende Herausforderung der Zukunft wird nicht sein, immer mehr Wasser zu gewinnen. Es wird vielmehr darum gehen, vorhandenes Wasser zu schützen, effizient zu nutzen und dort zurückzuhalten, wo es für Grundwasser, Landwirtschaft, Natur und Trinkwasserversorgung benötigt wird. 

Trinkwasser - so wird es aufbereitet

Das gewonnene Wasser – der Wasserfachmann nennt es Rohwasser – wird im Wasserwerk auf seine Qualität hin geprüft und je nach Ergebnis aufbereitet oder der Trinkwasserverteilung zugeführt. Grund- und Quellwasser kann in vielen Fällen noch unmittelbar als Trinkwasser verwendet werden. Oberflächenwasser ist durch die Einflüsse der Umwelt heute vielfach so belastet, dass es aufbereitet werden muss. Je nach Beschaffenheit des Rohwassers werden bei der Aufbereitung zu Trinkwasser unterschiedliche Verfahren angewendet.

So wird das Wasser zur Entfernung von Eisen und Mangan, die sich im Rohrnetz ablagern könnten, zuerst belüftet. Es wird zum Beispiel durch Düsen fein zerstäubt. Dadurch verbindet sich der Sauerstoff aus der Luft mit dem gelösten Eisen. Das Eisen oxidiert und flockt aus. Ebenso verwandelt sich das Mangan in eine unlösliche Form, die sich ausfiltern lässt. Gefiltert wird das Wasser in sandgefüllten Becken und Behältern.

Trinkwasseraufbereitung - Foto und grafische Darstellung

Zur Aufbereitung starker belasteter Rohwässer werden in den Wasserwerken Chlor, Chlordioxid oder Ozon, eine besonders reaktionsfreudige Form des Sauerstoffs, eingesetzt, um unerwünschte Stoffe so zu verändern, dass sie durch die Filter aus dem Wasser entfernt werden können. Besonders wirkungsvoll sind Aktivkohlefilter. Aktivkohle hat eine poröse Struktur, das heisst, eine im Verhältnis zu ihrem Volumen ausserordentlich grosse Oberfläche. An dieser Oberfläche können die meisten der im Wasser gelösten organischen lnhaltsstoffe, z.B. die weit verbreiteten chlorierten Kohlenwasserstoffe, angelagert, adsorbiert werden.

Damit das Trinkwasser keine schädlichen Keime enthält, wird vorsorglich manchmal Chlor oder Chlordioxid zugesetzt, z.B. nach einem Schaden am Rohrnetz oder bei sehr langen Transportwegen. Die öffentliche Wasserversorgung hat durch konsequente Bemühungen um Qualität in der Bundesrepublik Deutschland einen sehr hohen Leistungsstand erreicht, der ihr im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz sichert. Aber zur Sicherung einer einwandfreien Trinkwasserversorgung ist ein verstärkter Schutz der Gewässer notwendig, denn: Trinkwasseraufbereitung kann kein Ersatz für Gewässerschutz sein. Und, Wasserwerke dürfen keine Reparaturbetriebe für die von anderen verursachten Umweltbelastungen sein.

 

Quelle: BGW in Zusammenarbeit mit der VDG Trinkwasser – Unser kostbares Lebensmittel Ausgabe 1991 2. Auflage

Umgang mit Wasser

Hinweise zum Einsparen von Wasser und zum Gewässerschutz im Allgemeinen

Trinkwasser ist kostbar, auch wenn es jederzeit preiswert und „frei Haus“ zur Verfügung steht. Die öffentliche Wasserversorgung tritt deshalb für einen sinnvollen Umgang mit dem Lebensmittel Trinkwasser ein und wendet sich gegen jede Art der Wasservergeudung.

Probleme bei der Nutzung der vorhandenen Wasservorkommen für die Trinkwasserversorgung ergeben sich aus der Verschmutzung der Gewässer. Die Erschliessung neuer Wasservorkommen und die Einhaltung der verschärften Qualitätsvorschriften werden immer schwieriger und teurer. Trinkwasser wird nach Gebrauch Abwasser – Abwasser verschmutzt unsere Gewässer. Gewässerschutz verlangt deshalb auch sorgfältigen und sparsamen Umgang mit Trinkwasser. Mit Wasser haushalten, das bedeutet bei der Nutzung von Grundwasservorkommen, die immer knapper werdenden hochwertigen Ressourcen zu schonen. Das erspart den Wasserwerken erhöhte Aufbereitungskosten und das Ausweichen in noch wenig belastete ortsferne Gebiete.

Sinnvoll sind alle Massnahmen, die den Trinkwassergebrauch reduzieren, ohne Hygiene und Lebensqualität zu mindern. Darüber hinaus müssen Wassersparmassnahmen auch für den Kunden finanziell tragbar sein. Hierzu gehören beispielsweise die Vermeidung von Wasserverlusten durch tropfende Wasserhähne und undichte Toilettenspülkästen, der Einsatz von modernen, wassersparenden Armaturen und Sanitäreinrichtungen und auch eine vernünftige Hausgartenbewässerung. Ebenso sollte beim Kauf neuer Haushaltsgeräte, z. B. Waschmaschinen und Geschirrspüler auf deren Wasserverbrauch geachtet werden. Getrennte Leitungsnetze für Trinkwasser und Brauchwasser im Haushalt werden von der öffentlichen Wasserversorgung abgelehnt: Abgesehen davon, dass im engen Strassenbereich der Städte kaum Platz für zusätzliche Rohrleitungen ist, stehen die hohen Kosten des Umbaus der Versorgungssysteme in keinem Verhältnis zur Einsparung von Trinkwasser. Hinzu kommen grundsätzliche hygienische Bedenken aufgrund der nie völlig auszuschliessenden Gefahr von Fehlanschlüssen.

Letztlich entscheidend für den Wassergebrauch im Haushalt ist der Mensch. Je mehr bei ihm die Erkenntnis wächst, dass Trinkwasser kostbar ist, desto sparsamer wird er damit umgehen und unnütze Mengen vermeiden. Zu einem bewussten Verhalten zählt auch, das Abwasser nicht unnötig zu belasten und möglichen Verunreinigungen von Gewässern entgegenzuwirken. So darf das Einsparen von Trinkwasser nicht dazu führen, dass statt Wassereinsatz die Dosis an Reinigungsmitteln erhöht und damit das Wasser zusätzlich belastet wird. In jedem Fall ist zu beachten: Wassersparen ist kein Ersatz für den Gewässerschutz. In unserem wasserreichen Land ist die Verschmutzung der Gewässer das Grundübel.

Gewässerschutz ist für die nächsten Jahrzehnte die große Herausforderung. Wasser, aus dem der Mensch sein nicht ersetzbares Grundnahrungsmittel Trinkwasser schöpft, darf nicht noch weiter verunreinigt werden. Im Konfliktfall müssen deshalb gewerbliche, industrielle und landwirtschaftliche Betriebe, die Schiffahrt und auch Freizeit und Erholung hinter der Wasserversorgung zurückstehen.

Im Gewässerschutz ist das Vorsorge-und Verursacherprinzip anerkannt: Das bedeutet zum einen, Schaden erst gar nicht entstehen zu lassen, aber auch, wer Schmutz produziert, muß diesen auch schadlos beseitigen.

In diesem Zusammenhang fordert die öffentliche Wasserversorgung zur langfristigen Sicherstellung einer Versorgung der Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser:

• die Verminderung der Schadstoffbelastungen aus Boden und Luft die Abwehr von Gefahren für das Trinkwasser durch Altlastenden

• Ersatz wassergefährdender Stoffe durch weniger gefährliche

• die Verbesserung der Sicherheit von lndustrieanlagen

• die Entwicklung zu einer umweltverträglichen und standortgerechten Landwirtschaft

• die Sicherung weiträumiger Wasserschutzgebiete mit weitestmöglichem Vorrang vor anderen Nutzungsansprüchen

 

Quelle: BGW in Zusammenarbeit mit der VDG Trinkwasser – Unser kostbares Lebensmittel Ausgabe 1991 2. Auflage

Wasser sinnvoll gebrauchen

Grundsätzliches zum Thema Wassernutzung/Wassersparen wie man es gewiß noch nicht betrachtet hat

Wasser ist eine regenerierbare Ressource. Es sollte dennoch aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen nicht verschwendet werden.Darauf zielt auch das Gebot des Wasserhaushaltsgesetzes ab, wonach eine mit Rücksicht auf den Wasserhaushalt gebotene sparsame Wasserverwendung anzustreben ist. Deshalb unterstützen die deutschen Wasserversorgungsunternehmen einen sinnvollen Umgang mit Wasser.

Wassergebrauch heute so niedrig wie vor zwanzig Jahren.
Die deutsche Trinkwasserversorgung ist absolut und im europäischen Vergleich auf einem Spitzenniveau. Die wasserwirtschaftliche Situation in Deutschland ist gekennzeichnet durch reichlich verfügbare Ressourcen bei sinkendem Bedarf. Der Wasserbedarf liegt heute bei 128 Litern pro Einwohner und Tag. Deutschland hat gemeinsam mit Belgien den niedrigsten Wasserbedarf in der Europäischen Union.

In Deutschland ist die verbrauchsgerechte Abrechnung über Wasserzähler selbstverständlich. Dadurch können die Kunden ihren Wassergebrauch jederzeit kontrollieren.

Investitionen senken Wasserverluste
Um ihren Kunden jederzeit ein qualitativ hochwertiges Trinkwasser in ausreichender Menge liefern zu können, investieren deutsche Wasserversorgungsunternehmen kontinuierlich in die Erhaltung, Modernisierung und den Ausbau von Versorgungsanlagen. Allein im Jahr 1997 betrug das lnvestitionsvolumen rund 5,9 Milliarden DM. Schwerpunkt der Investitionen war mit einem Anteil von 63 Prozent der Rohmetzbereich. Folge der kontinuierlichen Pflege und Wartung des Netzes. Deutschland hat die niedrigsten Wasserverluste im Vergleich zu anderen Ländern.

Wassersparen heißt nicht Geld sparen
Die Wasserpreise werden in Deutschland nach dem Kostendeckungsprinzip gebildet. Der Anteil mengenunabhängiger Kosten für Wassergewinnung, Aufbereitung, Wasserspeicherung und das Rohrnetz beträgt über 80 Prozent. Jeder Kunde muss wissen, dass Wassersparen nicht automatisch Geld sparen bedeutet, da bei rückläufigen Verbräuchen die hohen Fixkosten auf reduzierte Wassermengen umgelegt werden müssen. Die Folge ist ein höherer Wasserpreis pro Kubikmeter gelieferten Wassers. Da jedoch der Wassergebrauch niedriger ist, bleiben die jährlichen Kosten für den Kunden trotzdem etwa gleich.

Trinkwasser ist ein Lebensmittel, das dem Kunden direkt ins Haus geliefert wird. Kontinuierliche Pflege und die Wartung aller Versorgungseinrichtungen vom Wasserwerk bis zum Rohrnetz sichern die hohe Qualität des Trinkwassers. Die Kosten, die dafür allein im Rohmetzbereich entstehen, sind nicht zuletzt auch durch das Wassersparen gestiegen, da sich der Aufwand für die Pflege und Wartung des Netzes z.B durch zusätzlichen Spülaufwand bei einem geringeren Wasserdurchsatz erhöht.

Wassersparen schützt die Gewässer nicht vor Verunreinigungen
In einem Land wie Deutschland mit ausreichenden Wasservorkommen und einem hohen Grad der Industrialisierung sollte das erste Gewässerschutzziel die Vermeidung und Verminderung des Eintrags von schädlichen Stoffen in die Gewässer sein. Durch Wassersparen in den Haushalten werden die Gewässer nicht vor dem Eintrag von Verunreinigungen geschützt. Die Schmutzfracht bleibt insgesamt die gleiche, die Schmutzkonzentration nimmt daher bei geringeren Abflüssen zu.

Regenwassernutzung spart kein Wasser
Viele Kunden meinen, durch die Nutzung von Regenwasser Trinkwasser zu sparen und damit die Umweltressource Wasser schonen zu können. Sie nutzen jedoch durch die Verwendung einer Regenwasseranlage im Haushalt insgesamt in der Regel nicht weniger Wasser als vorher. Auch Trinkwasser entsteht aus Regenwasser. Bei der Verwendung von Regenwasser im Haushalt wird die Wasserversorgung durch Trinkwasser lediglich auf Regenwasser ,,verlagert“, ohne jedoch die gleiche hygienische und technische Sicherheit und Verfügbarkeit zu bieten, die Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung gewährleistet. Außerdem ist die Regenwassernutzung in aller Regel teurer als Trinkwasser.

Durch die individuelle Regenwassernutzung im Haushaft kann die Kapazität der Wasserwerke und der Rohrnetze nicht reduziert werden. Die Zeiten hohen Wasserbedarfs liegen üblicherweise in den niederschlagsarmen Perioden. Regenwassernutzer im Haushalt produzieren auch Abwasser. Da sich die Abwassergebühren überwiegend nach dem Trinkwasserbezug aus der öffentlichen Wasserversorgung richten, werden Regenwassernutzer zum Teil nicht zu den für die Reinigung des Abwassers aus einer Regenwasseranlage anfallenden Kosten veranlagt, obwohl das im Haushalt genutzte Regenwasser zwangsläufig in die öffentliche Kanalisation gelangt. Dadurch belasten sie die übrigen Trinkwassernutzer, die diese Kosten durch erhöhte Gebühren beim Abwasserpreis mittragen müssen.
 
Wassersparen kann den Aufwand bei der Abwasserreinigung erhöhen
Wassersparen kann dann kontraproduktiv werden, wenn geringere Wasserverbräuche durch mehr Chemie und verstopfte Abwasserrohre erkauft werden müssen. Der Rückgang des Wasserverbrauchs kann in Versorgungsleitungen und Abwasserkanälen bei Unterschreitung eines Mindestdurchflusses bei der Abwasserreinigung zu gravierenden Problemen führen.Die Abwasserkanäle erfüllen ihre Aufgabe nur, wenn eine ausreichende Wassermenge zum Transport der Schmutzstoffe zur Verfügung steht. Durch geringere Wassermengen und dadurch bedingte längere Aufenthaltszeiten des Abwassers in den Kanälen treten unerwünschte Faulungsprozesse bereits auf dem Weg zur Kläranlage ein, die zur Geruchsbelästigung von Anwohnern führen können. In den Kläranlagen kann darüber hinaus der Reinigungsprozeß gestört werden.Wird Wasser gespart, müssen die Abwasserkanäle vermehrt gespült werden. Das hierfür benötigte Wasser wird häufig über Hydranten aus dem Netz der öffentlichen Wasserversorgung entnommen. Dem vom Verbraucher ,,gesparten“ Wasser steht dadurch ein Mehrverbrauch an Spülwasser zur sicheren Abwasserentsorgung gegenüber. Das Spülen der Abwasserkanäle führt zu zusätzlichen Betriebskosten, die in die Abwassergebühren einfließen.

 

Quelle: BGW in Zusammenarbeit mit der VDG Trinkwasser – Unser kostbares Lebensmittel Ausgabe 1991 2. Auflage

Erste Fröste

Hinweise zum Verhalten beim Wintereinbruch

Sind Ihre Wasserleitungen geleert oder gut eingepackt?
Schützen Sie rechtzeitig Ihre Wasserleitungen im Haus und Garten, denn das kann sonst kostspielige Reparaturen zur Folge haben.

Im Winter können frei liegende Wasserleitungen und Wasserzähler in unbeheizten Räumen schnell einfrieren. Besonders gefährdet sind unbewohnte Häuser, Wasserleitungen, die an Außenwänden und in Gärten liegen, sowie Leitungen, die in der Nähe von unverschlossenen Öffnungen vorbeiführen. Schäden an Trinkwasserhausanschlussleitungen und Wasserzählern müssen nicht sein. Wer sich rechtzeitig schützt, kann sich viel Ärger sparen. Die Verantwortung liegt beim Hauseigentümer.

Tipps rund um den Frostschutz:

Schützen Sie frei liegende Wasserleitungen und Wasserzähler in frostgefährdeten Räumen durch entsprechende Isolierstoffe (zum Beispiel Stroh, Holzwolle)

Wasserzählerschächte bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Hier sollten die Dämmstoffe (zum Beispiel Styropor) passgenau eingesetzt werden, so dass der Wasserzähler leicht zugänglich bleibt. Die Be- und Entlüftungen der Schächte sollten geschlossen werden, der Schachtdeckel gesäubert und die Ränder gefettet sein.

Räume, in denen sich der Wasseranschluss und die Wasserzähleranlage befinden, in denen Leitungen frei liegen oder an Außenwänden installiert sich, sollten während der Frostperiode durch geschlossene Fenster, abgedichtete Türen oder auch elektrische Frostwächter vor Frost geschützt werden.

Sperren Sie die ungenutzten Wasserleitungen in Gärten und Wochenendhäusern ab und entleeren sie diese vollständig.

Was ist zu tun, wenn ein Frostschaden aufgetreten ist?

Ist trotz allem eine Leitung eingefroren, ist schnelles Handeln angesagt! Es wird dringende gewarnt, mit offener Flamme Auftauversuche an gefrorenen Leitungen zu unternehmen. Frostschäden an der Anschlussleitung (Rohrleitung von der Straße bis zum Wasserzähler) und am Wasserzähler sollten unverzüglich dem Wasserverband gemeldet werden. Der Wasserverband ist während der Dienstzeit unter der Telefonnummer 03937 49870 und rund um die Uhr über den Bereitschaftsdienst unter der Funknummer 0171 3100268 zu erreichen. Die Schadensbeseitigung erfolgt durch den Wasserverband.
Frostschäden an der Kundenanlage (Hausinstallation ab Ventil hinter dem Wasserzähler) beheben im Installationsverzeichnis des Wasserverbandes eingetragene Installations-unternehmen. Ein erfahrener Installateur weiß, was in solchen Notfällen zu tun ist. Auf jeden Fall sollten Sie den eingefrorenen Leitungsteil von der Versorgung absperren.